Superintendent Michael Raddatz zur Jahreslosung

Superintendent Michael Raddatz zur Jahreslosung

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# Aktuelles

Superintendent Michael Raddatz zur Jahreslosung

„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5)

Liebe Schwestern und Brüder,

mit dieser großen Zusage gehen wir in das Jahr 2026: „Siehe, ich mache alles neu!“ Was für ein Versprechen – und was für eine Einladung! Gott selbst kündigt an, Neues zu schaffen, wo wir manchmal nur Stillstand oder Abbruch sehen.

Gemeinde rückt zusammen

In vielen unserer Gemeinden erleben wir, dass Veränderungen anstehen: Strukturen wandeln sich, Menschen ziehen weg, manches wird kleiner – und doch wächst etwas Neues. Wenn wir als Gemeinden näher zusammenrücken, dann geschieht das nicht aus Zwang, sondern aus der Gewissheit: In der Gemeinschaft wirkt Gottes Geist. Gemeinsam glauben, feiern, helfen und hoffen – darin zeigt sich die Lebenskraft der Kirche. Wo Menschen einander begegnen, entsteht Neues: Vertrauen, Trost, Freundschaft, Freude.

Neulich kam ich mit einem Besucher in einer Kirche ins Gespräch. Völlig unvermittelt deutete er auf die Liegestühle im Altarraum mit der Aufschrift: „Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand.“ Er war erkennbar kein Vielredner, aber dieser Satz öffnete sein Herz. „Das sage ich immer meiner Freundin“, meinte er leise, „und es sind auch Worte, die mich tragen.“

Solche Momente sind kleine Zeichen des Neuen, das Gott schafft. In dieser Offenheit wird die Jahreslosung konkret: Gott macht neu, indem er uns füreinander öffnet – im Willkommen, im Zuhören, im Miteinander-Sein. Die Kirche ist mehr als ein Gebäude; sie ist ein Zeichen der Nähe Gottes mitten unter uns.

Dank an alle, die mitgestalten

Was hier geschieht, geschieht nicht von selbst. Darum gilt mein herzlicher Dank allen, die mit Herz, Hand und Verstand in unserer Kirche wirken – im beruflichen Dienst und im Ehrenamt. Sie halten die Türen offen, schaffen Räume der Begegnung, tragen Verantwortung – oft im Stillen. Durch ihr Tun, ihr Gebet und ihr Mitdenken wird sichtbar, dass Gott Neues schafft – Tag für Tag, Mensch für Mensch. Mögen Sie alle spüren, dass Ihre Arbeit gesegnet ist und Frucht bringt – auch dort, wo man es vielleicht erst später erkennt.

Mut und Freude

Neues wagt man nicht ohne Mut. Es kostet Kraft, alte Gewohnheiten zu verlassen und sich auf Unbekanntes einzulassen. Aber Gottes Verheißung schenkt Mut: Er geht mit. Er wirkt schon dort, wo wir noch zögern. Und diese Erfahrung verwandelt Furcht in Freude – Freude, die ansteckt; Freude, die spürbar wird, wenn wir uns auf Gottes Neuanfang einlassen. Wer in dieser Freude lebt, sieht nicht zuerst, was fehlt, sondern was wächst.

Aufbruch und Vertrauen

Lasst uns als Gemeinden – verbunden durch Glauben und Gebet – Räume des Aufbruchs gestalten: 

  • Räume, in denen wir uns gegenseitig ermutigen. 
  • Räume, in denen wir erzählen, wie Gott Neues schafft. 
  • Räume, in denen Menschen Schutz, Nähe und Sinn finden.

In unseren Kirchen, in unseren Häusern, in unseren Herzen möge Gottes Zusage Gestalt gewinnen: „Siehe, ich mache alles neu!“

So dürfen wir getrost und voller Freude in dieses Jahr gehen – gemeinsam, mutig und mit offenem Herzen.

Ihr Superintendent Michael Raddatz


Dieser Text wurde in leicht veränderter Form auch im Gemeindebrief der Apostel-Paulus-Gemeinde veröffentlicht.

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