Segenswünsche von jungen Menschen für alte Menschen

Segenswünsche von jungen Menschen für alte Menschen

Segenswünsche von jungen Menschen für alte Menschen

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Segenswünsche von jungen Menschen für alte Menschen

Im April waren wir das dritte Mal zu den Ehrenamtstagen der Spandauer Wolfgang-Borchert-Schule eingeladen. Die Ehrenamtstage finden jedes Jahr auf dem Gelände des Evangelischen Johannesstifts statt. Die Schülerinnen und Schüler des siebten Jahrgangs werden an diesen Tagen im Rahmen ihres Schulfachs "Verantwortung" auf ein Ehrenamt vorbereitet, das sie in der achten Klasse aufnehmen sollen. An diesem Tag befassen sie sich an unterschiedlichen Stationen mit den Themen Ehrenamt und Alter. Sie haben z.B. die Möglichkeit, einen "Altersanzug" anzuziehen, der ihnen verdeutlicht, dass vieles im Alter nicht mehr so leicht ist, wie in der Jugend. Auch sprechen sie mit Menschen, die selbst von Alter betroffen sind, lernen einen Rollstuhl zu schieben und wie es sich anfühlt, in einem Rollstuhl geschoben zu werden. Und von uns erfahren sie etwas über Demenz. Wobei viele von ihnen schon Erfahungen mit dem Thema sammeln konnten, weil Menschen in ihrem Umfeld an Demenz erkrankt sind. Berührend, ihre Geschichten zu hören und wie sie damit umgehen. Wir sprechen auch über Menschen, die keinen Besuch bekommen, weil sie alle Menschen verloren haben. Dass es für viele alte, einsame Menschen viel bedeutet, wenn jemand Zeit hat, einen Tee mit ihnen zu trinken und einfach eine Stunde zuhört, können sie kaum glauben, verstehen es aber sofort. 

Dann sprechen wir darüber, dass es auch für Menschen mit Demenz wunderbar sein kann, Besuch zu bekommen. Jemanden der oder die zuhört oder einfach da ist. Fragt, wie es geht. Zusammen über Blumen oder das Wetter staunt. So ein Besuch macht froh. Und das Gefühl bleibt ja oft auch noch etwas da. Aber leider vergessen viele Menschen mit Demenz schnell wieder, dass sie lieben Besuch hatten. Deswegen ist es toll, wenn wir bei unseren Besuchen etwas da lassen können, das sie immer wieder daran erinnert, dass jemand bei ihnen war und ihnen Gutes wünscht. Und das können unsere Segensglöckchen sein. Wir baten die jungen Menschen, sich zu überlegen, worüber sich die alten Menschen freuen würden und diese Wünsche oder Botschaften auf einen Glöckchenanhänger zu schreiben. Ein zweites Glöckchen durften sie für ihre Eltern oder Großeltern gestalten. 

Ein Junge sagte, dass er gar nicht genau weiß, wie es seinem Opa geht. Er hat ihn seit acht Jahren nicht mehr gesehen, weil er in Syrien geblieben ist. Er möchte ihm das Glöckchen schicken. Er wünscht ihm und der ganzen Welt Frieden. 

Was wir an diesem Tag gelesen haben, hat uns wirklich bewegt. Nicht nur die wunderbaren Wünsche, die sie für die alten Menschen geschrieben haben, auch die Glöckchen für die Familien sind unglaublich berührend. Viele von ihnen haben die Glöckchen zum Anlass genommen, ihre Liebe und Dankbarkeit auszudrücken. Vielleicht hat die Beschäftigung mit dem Thema ihnen auch für den Moment verdeutlicht, wie gut es ist, eine Familie zu haben und Menschen, die für einen da sind. Auf einem der Glöckchen für die alten Menschen ist zu lesen: "Bitte denken Sie an ihre Kinder, nicht sterben!!!" Da kann man schon etwas schmunzeln, aber die Botschaft ist klar: "Du wirst geliebt".

Mit über 200 Segensglöckchen im Gepäck und reichlich beschenkt sind wir nach den beiden Tagen zurück gekommen. Nun dürfen wir diese wunderbaren Wünsche weitergeben. Vielen, vielen Dank an alle, die sich an dieser Aktion beteiligt haben!

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