30/04/2026 0 Kommentare
Veronika Rieger berät Jugendliche und junge Erwachsene bei Seelsorge.Berlin
Veronika Rieger berät Jugendliche und junge Erwachsene bei Seelsorge.Berlin
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Veronika Rieger berät Jugendliche und junge Erwachsene bei Seelsorge.Berlin
Reden gegen die Einsamkeit: Veronika Rieger ist eine von 20 Seelsorger*innen, die bei Seelsorge.berlin kostenfrei beraten. Was sie bewegt, sagt sie im Interview.
Sie sind als Seelsorgerin im Netzwerk Seelsorge.Berlin dabei. Wie beraten Sie?
Ratsuchende können zu mir nach Lichtenrade zu einer Beratung vor Ort kommen. Ich biete aber auch Gespräche bei einem Spaziergang durch die Stadt oder per Videochat an. Mimik, Gestik und Körperhaltung sind mir wichtig und deshalb telefoniere ich ungerne. Das habe ich auch mit meiner Zielgruppe, den Jugendlichen und jungen Erwachsenen, gemeinsam: Sie chatten lieber.
Warum sprechen Sie bei Seelsorge.Berlin besonders Jugendliche und junge Erwachsene an?
Das ist eine Zeit, wo ganz viel im Leben geschieht: Ein Studium beginnt, ein Beruf wird gewählt. Es sind Jahre, wo junge Menschen losgelöst vom Elternhaus und nur mit sich ihr Leben gestalten. Da entstehen schon Lebensfragen oder es gibt Gefühle von Einsamkeit.
Es ist gut, wenn dann jemand da ist und sagt: Ich trag das jetzt in diesem Moment mit. So verstehe ich mich als Seelsorgerin. Für diese Begegnung gebe ich Zeit, Raum, einen Rahmen und schenke den Moment des Gesprächs.
Spielen auch Rituale eine Rolle?
Auf jeden Fall. Was wünscht sich der Mensch, der mir gegenübersteht? Manchmal ist da der Wunsch nach einem Segen oder einem Gebet. Oder es ist gerade der Wunsch, diese Rituale abzulehnen. Berlin ist auch religiös eine wildgemischte Stadt.
Junge Menschen haben ein sehr feines Gespür, ob etwas von Herzen kommt oder eben nur Ritual ist. Wichtig ist mir, dass die Menschen in diesem Gespräch spüren - hier ist ein Freiraum für mich.
Fühlen sich besonders die jüngeren Menschen einsam in Berlin?
Gerade junge Menschen fühlen sich durch die aktuellen Krisen wie Krieg, Klimawandel und Debatten über Wehrdienst einsam und in ihren Zukunftsängsten bestärkt. Wenn so große Entscheidungen in unserer Gesellschaft getroffen werden, ist es besonders wichtig, da zu sein für die Menschen.
Als Vikarin in Lichtenrade erlebe ich: Jugendliche und junge Erwachsene haben oft Gefühle von Einsamkeit. Das deckt sich auch mit den Studien, die es dazu gibt. In einer großen Stadt wie Berlin kann man gerade unter vielen Menschen sehr einsam sein.
Und wann haben Sie sich das letzte Mal einsam gefühlt?
Das war nach der Geburt meines Sohnes im April 2025. Für alle anderen ging das Leben normal weiter, doch für mich war in dieser Lebensphase vieles nicht möglich. Da habe ich schon einsame Momente gespürt.
Seelsorge.Berlin ist ein Netzwerk von haupt- und ehrenamtlichen Seelsorger:innen des Evangelischen Kirchenkreises Tempelhof-Schöneberg. Das Angebot ist barrierefrei und für alle zugänglich – unabhängig von Herkunft, Religion oder Geschlecht.
www.seelsorge.berlin
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