"Mit Seelsorge.Berlin wird Seelsorge leichter zugänglich"

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# Seelsorge Berlin

"Mit Seelsorge.Berlin wird Seelsorge leichter zugänglich"

Pfarrerin Juliane Göwecke hat das Netzwerk Seelsorge.Berlin gemeinsam mit einem Team  aufgebaut. Hier können Menschen, die reden möchten, Termine online buchen und mit einer Seelsorgerin oder einem Seelsorger sprechen. Juliane Göwecke im Interview: 

Frau Göwecke, wann haben Sie sich das letzte Mal in Berlin einsam gefühlt?

Da muss ich einen Moment überlegen… Ich habe über ganz Berlin verteilt Freundschaften und gute Kontakte. Aber weil wir alle beruflich gut eingebunden sind, Familie haben, ist es zuweilen schwierig, sich zu treffen. Manchmal passiert etwas in meinem Leben, was ich gerne einer Freundin oder einem Freund Face to Face erzählen möchte – und es dauert dann, bis wir uns treffen können. In solchen Momenten habe ich hier in Berlin ein Gefühl von Einsamkeit. 

Sie sind als Seelsorgerin in dem Netzwerk Seelsorge.Berlin dabei. Wie und wo beraten Sie?

Für alle, die ein Gespräch in vier Wänden wünschen, ist mein Büro – ich arbeite als Seelsorgerin in einem Seniorenheim in Friedenau – ein guter Ort. Dort steht immer etwas Schokolade auf dem Tisch und Kaffee ist in greifbarer Nähe. Wer einen Spaziergang bevorzugt: Wir können durch die ruhigen Straßen von Friedenau laufen und auf dem Weg ins Gespräch kommen. Wer nicht nach Friedenau kommen möchte, kann mich auch anrufen. Oder wir vereinbaren ein Gespräch per Video. Das ist eine gute Möglichkeit, Distanz zu überbrücken und sich ins Gesicht zu schauen. 

Was kann ein Gespräch bewirken?

Reden hilft. Diese Erfahrungen mache ich immer wieder in den Gesprächen, die ich führe. Ich merke, bei den Menschen tut sich etwas, weil sie aussprechen, was in ihrem Kopf ist. Manche Gedanken haben vorher vielleicht etwas diffus gekreiselt - jetzt können sie ausgesprochen werden. Als Seelsorgerin begleite ich Menschen auf dem Weg, schaue mit Ihnen wo Ressourcen sind, was die Menschen in ihre Situation einbringen können. Seelsorger*innen haben nicht die Lösung, aber wir bieten an, nicht allein zu bleiben mit dem, was bewegt. Das Reden hilft und ist schon ein großer Schritt.

Gemeinsam mit 20 anderen Seelsorger*innen haben Sie Seelsorge.Berlin gegründet. Welche Erfahrung in diesem Prozess ist Ihnen besonders wertvoll?

Für mich war das Seelsorgenetzwerk Aachen ein zufälliger Netzfund. Denn in Aachen wurden deutschlandweit die ersten Erfahrungen mit Seelsorge, die Menschen online buchen können, gemacht. Es ist gut, wenn wir als Kirche hier in Berlin das auch anbieten können. Die meisten von uns buchen ja Kinokarten oder Arzttermine im Internet, jetzt geht das mit Seelsorge.Berlin ebenso. Seelsorge wird jetzt leichter zugänglich und sichtbarer.

Für mich ist es eine schöne Erfahrung, mit wie viel Energie und Lust  Menschen in Tempelhof-Schöneberg begonnen haben, diese coole Idee umzusetzen. Ein tolles Team ist entstanden und jeder und jeder bringt mit seiner Fachlichkeit das Projekt voran. 

Hier können Sie einen Termin buchen und sich eine Seelsorgerin oder einen Seelsorger auswählen. 

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