30/07/2026 0 Kommentare
Unser Sommertipp: Besuchen Sie doch mal den Alten St. Matthäus Friedhof
Unser Sommertipp: Besuchen Sie doch mal den Alten St. Matthäus Friedhof
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Unser Sommertipp: Besuchen Sie doch mal den Alten St. Matthäus Friedhof
Einst war der St. Matthäus Kirchhof in Berlin-Schöneberg der Friedhof für das Berliner „Großbürgertums“, das rund um die St. Matthäus-Kirche am Kulturforum lebte. Ärzte, Diplomaten, Wissenschaftler fanden ihren letzten Ruheplatz vor den Toren Berlins. 1856 wurde der Friedhof inmitten grüner Wiesen angelegt, heute tobt an der Großgörschenstraße das Leben.
Zwischen S-Bahn und Berliner Altbau erhebt sich der Kirchhof mit 4000 Gräbern: 170 Jahre Bestattungskultur auf winzigem Raum, unter alten, großen Bäumen - ein Ort für Geschichte und Gegenwart. Neben antiken kleinen Tempeln als Grabanlagen, fürstlichen Großgräbern, monumentalen Grabplatten gibt es eine zeitgemäße, neue Art von Bestattungskultur, welche die Zwölf-Apostel-Kirche, heute der Träger des Friedhofs, unterstützt. Ein Schlagzeug steht auf dem Grab oder andereGegenstände, die zum Verstorbenen gehörten. Hier trägt ein Grabstein mehr als nur Namen und Geburts- und Todestage. So erzählt eine Bildcollage aus dem Leben der Verstorbenen. Rosen, Rhododendron oder Lavendel – auch die Pflanzen beschreiben den Charakter der Verstorbenen.
Hier liegt Berlin begraben
Die Liste der Berühmten ist lang. Die Wissenschaftler Jakob und Wilhelm Grimm wurden hier begraben, der Architekt Alfred Messel, bekannt für seine Erweiterungspläne für die Museumsinsel, fand seine letzte Ruhestätte. Das Grab von Ton Steine Scherben Sänger Rio Reiser wurde 2011 hierher umgebettet.
Bestattet ist auf diesem Kirchhof auch der berühmte Berliner Arzt und Mediziner Rudolf Virchow, der als Parlamentarier für Bildung und bessere Hygiene in der Stadt stritt. Er initiierte in Berlin moderne städtische Krankenhäuser für die breite Bevölkerung. Geehrt mit einer Gedenkstätte wird auf dem Friedhof auch die Frauenrechtlerin Hedwig Dohm. Sie erkämpfte das Frauenwahlrecht, das erst 1919, vor gut 100 Jahren, eingeführt wurde.
Café Finovo ist ein Ort für die Lebenden
Im Friedhofscafé Finovo wachsen Hortensien aus dem Stuhl. Kunst hängt an den Hauswänden und jeder bemalte Stuhl ist ein Unikat. Die Besucher*innen kommen vorbei, lesen, genießen die Ruhe. Earl Grey oder Matcha bietet die Karte an, neben Kuchen, Latte Macchiato und anderen schönen Dinge. Der Friedhof ist eine grüne Oase im Herzen Schönebergs und das Café ein Ort für die Überlebenden. Schauen Sie doch mal vorbei.
Alter St.-Matthäus-Kirchhof
Großgörschenstraße 12–14 / 10829 Berlin
Die App „Wo sie ruhen“ führt zu interessanten Gräbern und zeigt die Lebensgeschichten.
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