29/04/2026 0 Kommentare
Eine musikalische Reise durchs queere Berlin von 1907-1945
Eine musikalische Reise durchs queere Berlin von 1907-1945
# Aktuelles

Eine musikalische Reise durchs queere Berlin von 1907-1945
Zum Idahobit am 17. Mai bringt das Lebensmelodien-Team ein ganz besonderes Konzert auf die Bühne. Im Interview: Francesca Zappa, künstlerische Leiterin des Konzertes.
Francesca, anlässlich des Idahobit, dem Tag, der an die Diskriminierung und Gewalt gegen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung erinnert, bringt ihr als Lebensmelodien-Ensemble ein besonderes Konzert auf die Bühne. Was genau ist das?
Wir haben das Konzert "Ein anderes Lied. Eine musikalische Reise durch das queere Berlin 1907-1945" genannt. Es verbindet Theater und Musik, historische Texte und längere Monologe. Vorgetragen werden die Texte von Heinrich Horwitz.
Wie entstand die Idee?
Entstanden ist die Idee auf meinem täglichen Weg zur Kita: Auf einem Kreuzberger Stolperstein sah ich den ungewöhnlichen Namen Käte Rogalli und fing an, zu recherchieren. Käte Rogalli war eine Transperson, 1903 geboren, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ein sehr schweres Leben hatte. Über Käte Rogalli bin ich zu weiteren Orten und Menschen gelangt, die mit Schöneberg und Berlin zu tun haben: zum Sexualforscher Magnus Hirschfelder beispielsweise, aber auch zur Sängerin Claire Waldoff oder dem Kabarettisten Friedrich Holländer.
Wir haben diese meine Rechercheergebnisse, die einer Detektivdatei ähneln, in der Orte und Menschen sich verbinden, für unsere neue künstlerische Form genutzt. Am Idahobit, dem jährlicher Aktionstag am 17. Mai, bringen wir das zur Aufführung.
Welche Reaktionen habt ihr auf euer Projekt bekommen?
Wir bekommen viel Zuspruch, es ist ja Berlin-Geschichte, die wir auf die Bühne bringen. In Schöneberg gab es in den zwanziger Jahren zur Zeit der Weimarer Republik wilde Feiern jenseits binärer Geschlechternormen. Schöneberg war das Herz dieser Bewegung und der damalige Club „Eldorado“ ein berühmter Ort.
Anfang der 1930er Jahre, mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten, fand diese Freiheit ein jähes Ende…
Ja, viele der Menschen aus der Szene kamen ins Konzentrationslager nach Sachsenhausen, wurden verfolgt und getötet. Anders als bei anderen Opfergruppen wurde ihr Leid auch nach 1945 nicht gesehen und anerkannt. Das ist das doppelt tragisch an ihrer Geschichte. Der Paragraf 175 blieb weiter bestehen und stellte bis 1994 sexuelle Handlungen zwischen männlichen Personen unter Strafe.
Das Interview führte Cornelia Schwerin.
Kommentare