Der neue Kreiskirchenrat war zur Klausurrüste

Der neue Kreiskirchenrat war zur Klausurrüste

Der neue Kreiskirchenrat war zur Klausurrüste

# Aktuelles

Der neue Kreiskirchenrat war zur Klausurrüste

Einmal jährlich begibt sich der Kreiskirchenrat (KKR) auf eine Rüstfahrt. Dieses Jahr war es am 17.04. soweit, dass wir uns vom Berliner Hauptbahnhof nach Magdeburg aufmachten. Mit allseits bekannten Bahnproblemen kamen wir etwas verspätet in unserer Unterkunft, dem Roncallihaus, an. Das Haus hat seinen Namen nicht von dem bekannten Zirkus, sondern geht auf den bürgerlichen Namen des Papstes Leo XXIII. zurück. 

Begegnung mit Mitteldeutschlands Bischof Friedrich Kramer

Nach dem Abendessen hatten wir das große Glück, beim Bischof von Mitteldeutschland Friedrich Kramer in seinem Spiegelsaal empfangen zu werden. Es war eine sehr angenehme und beeindruckende Begegnung, bei der der Bischof uns eingehend über die Herausforderungen und Probleme seiner Arbeit informierte. Die Kirche Mitteldeutschlands hatte aus historischen Gründen schon wenige Mitglieder und verzeichnet weiterhin einen Mitgliederschwund. Auch der Nachwuchs an Pfarrerinnen und Pfarrern fehlt wie  in anderen Gebieten. Des Weiteren sorgt man sich darum, was nach einem drohenden Wahlsieg der AFD aus sozialen Projekten wird.

Zum Abschluss des Tages führte uns der Bischof in den Dom, wo wir bei Kerzenschein seiner Andacht lauschen, singen und beten konnten. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis.

Beratung über die Herausforderungen der Zukunft mit Professorin Uta Pohl-Patalong

Der nächste Vormittag begann mit einer Andacht in der schönen Kapelle des Hauses und  wurde anschließend von Frau Uta Pohl-Patalong gestaltet, Professorin für Praktische Theologie an der Universität Kiel. Sie berät und begleitet unter anderem Landeskirchen, Kirchenkreise und Gemeinden bei Transformationsprozessen. Unser Kirchenkreis hatte bereits des Öfteren mit ihr Kontakt gehabt. Auch von ihr wurden die Herausforderungen der Zukunft mit sinkenden Mitgliederzahlen der Kirchen, schwindenden Zuweisungen aus der Kirchensteuer bis hin zum eventuell drohenden Wegfall der Kirchensteuer und mangelndem Nachwuchs an Pfarrpersonen beschrieben. Der Handlungsbedarf ist bereits da und es ist immer besser, proaktiv zu handeln und nicht abzuwarten und zu hoffen, dass alles so weitergehen kann wie bisher.

Ihrer Meinung nach ist eine Möglichkeit für die Gemeinden, sich auf ihre Stärken zu besinnen und ihr Profil zu schärfen. Das heißt im Klartext: Nicht mehr alles in einer Gemeinde anzubieten, sondern sich zu fokussieren und das eigene Profil zu schärfen. Zum Beispiel könnte der Konfirmandenunterricht nicht in jeder Gemeinde mit wenigen Teilnehmern, sondern  für den ganzen  Kirchenkreis organisiert werden und dann gebündelt an einigen Orten angeboten  werden. Die Gruppen wären damit größer, personelle Ressourcen könnten anderweitig eingesetzt werden. Es könnten unterschiedliche Formate angeboten werden, die dann den Lebenssituationen mit vielen Aktivitäten der Jugendlichen entgegenkommen. Außerdem sollten die Gottesdienste mit verschiedenen Schwerpunkten und Zielgruppen nicht überall, sondern dort angeboten werden, wo bereits vorher der Fokus lag. So könnten die begrenzten Ressourcen besser genutzt werden. Voraussetzung dafür ist natürlich eine gute Veröffentlichung aller Angebote.  

Auch dem Ehrenamt müsste ein besonderes Augenmerk zukommen. Es muss gestärkt werden und mehr Wertschätzung erfahren.

Frau Pohl-Patalong gestaltete mit guter Didaktik den Vormittag sehr spannend. Ihre Vorträge waren immer wieder durch Kleingruppenarbeit unterbrochen, sodass sich jede und jeder einbringen konnte.

Am Nachmittag arbeiteten wir allein an dem Thema weiter, indem wir Visionen einer optimalen Gemeinde, wie wir sie uns vorstellen, ohne gedankliche Grenzen erschufen und überlegten, wie wir kurz- und langfristig dieser Vision ein Stück näher kommen könnten. Der Tag klang bei schönem Wetter auf der Dachterrasse des Hauses aus.

Bibliolog mit Juliane Göwecke

Die Andacht am nächsten Morgen wurde von Frau Göwecke mit einem Bibliolog gestaltet. Danach knüpften wir an der Arbeit des Vortages an, indem wir konkrete Verabredungen für die kommende Zeit trafen. So bildete sich eine Arbeitsgemeinschaft, die sich mit dem Thema Kommunikation im Kirchenkreis beschäftigen wird. Ein erstes Treffen wurde verabredet. Dieses Thema erschien allen als besonders wichtig, denn Veränderungen können nur gelingen, wenn sie transparent gestaltet werden. Daher werden wir Sie weiterhin über die Arbeit des Kreiskirchenrates an dieser Stelle infomieren.

Nach dem Mittagessen ging es bei strömendem Regen zum Bahnhof und dann ganz fahrplanmäßig zurück nach Berlin. Der neu zusammengesetzte Kreiskirchenrat ist durch die Rüste gut zusammengewachsen und für die kommenden Herausforderungen gestärkt.

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