Marienfelde wird "Faire Gemeinde"

Marienfelde wird "Faire Gemeinde"


# Aktuelles
Veröffentlicht am Mittwoch, 28. August 2019, 10:52 Uhr

Nicht mehr nur über den Klimawandel und die sozialen Folgen zu reden, sondern vom „Wissen zum Handeln“ zu kommen – das ist die Grundidee des Siegels „Faire Gemeinde“. Auf diese Weise werden Kirchengemeinden ausgezeichnet und bestärkt, „die sich durch Handeln und Öffentlichkeitsarbeit für Nachhaltigkeit und globale Gerechtigkeit einsetzen wollen.“

Schon länger ist die Marienfelder Gemeinde mit einzelnen Aktionen in Richtung „Fairness“ unterwegs, wie z.B. mit dem „Blauen Engel“ bei Papiereinkauf und Gemeindereport oder mit dem Bezug von Öko-Strom. Aber es fehlte bisher die gemeinsame Verbindlichkeit, der „grüne Faden“ sozusagen, der die Anstrengungen bündelt und dafür sorgt, dass im Alltag der Weg nicht aus den Augen gerät. Nach einer Gemeindeversammlung zum Thema kam es schließlich im Mai zum GKR-Beschluss, auch offiziell „Faire Gemeinde“ zu werden und sich in eine verbindliche Gemeinschaft zu stellen.

So gibt es jetzt im Gemeindebereich die Verpflichtung zum „Bewussten Konsumieren“, d.h. es werden möglichst Bio-Produkte regional, saisongerecht und aus fairem Handel eingekauft und angeboten; entsprechend soll kein Fleisch aus industrieller Tierproduktion bei Gemeindefesten auf den Tisch oder Grill kommen. Es soll insgesamt „Nachhaltig Gewirtschaftet“ werden und z.B. auch auf Festen nur noch Mehrweg-Geschirr benutzt werden. Um auch etwas für den direkten (Mikro-)Klimaschutz zu tun, bemüht sich die Gemeinde um die ökologische Umgestaltung der„Piazza“ vor dem Gemeindehaus, wo der Boden z.Z. noch voll versiegelt ist. „Globales Denken und Soziales Handeln“ soll eingeübt werden, etwa mit Veranstaltungen wie dem „Fairen Brunch“ oder dem ökumenischen Kochprojekt mit Geflüchteten („Was kochst denn Du?“). Und nicht zuletzt verpflichtet sich die Gemeinde auch zur Öffentlichkeitsarbeit zum Thema „Faire Gemeinde“.

Und jetzt: „Fair“ mit Brief und Siegel? Auch wenn noch längst nicht alle Verpflichtungen erfüllt werden können, wurde am 29. September 2019 das Siegel vom Berliner Missionswerk verliehen. Gedacht ist es als Ansporn, dem eigenen Anspruch immer näher zu kommen. Nach zwei Jahren wird evaluiert.