Synode tagte im Schöneberger Rathaus und erinnert an die Reichspogromnacht vor 80 Jahren

Synode tagte im Schöneberger Rathaus und erinnert an die Reichspogromnacht vor 80 Jahren


# Aktuelles
Veröffentlicht am Montag, 12. November 2018, 09:35 Uhr

Mit einem eindrucksvollen und aufrüttelnden Gottesdienst haben Jugendliche an die Ereignisse der Reichspogromnacht vor 80 Jahren erinnert und damit die Kreissynode am 9. November 2018 eröffnet. „Gott will Taten sehen“, unter diesem Motto erinnerten die Jugendlichen an die damaligen Ereignisse und unsere heutige Verantwortung.    

„Staat und Kirche im gemeinsamen Erinnern zum 9. November“, unter diesem Motto stand der anschließende Abend der Kreissynode, auf der die Bürgermeisterin Angelika Schöttler zum Theme referierte. Erinnerungsorte sichtbar zu machen und an Erfahrungen anzuknüpfen, dies sei eine wichtige Aufgabe in der Erinnerungsarbeit, betonte sie. „Es sind die kleinteiligen lokalen Dinge, die Menschen berühren und Geschichte erfahrbar machen“.   

Besonderes Augenmerk legten Frau Schöttler und die Synode auf die wachsenden gesellschaftlichen Spannungen, den Hass und Antisemitismus. Bei dem Thema Antisemitismus möchte die Bürgermeisterin alle Akteure im Bezirk zusammen führen, um in Zukunft gemeinschaftlich dagegen vorzugehen. „Es reicht nicht mehr aus zu reagieren“, betonte sie und wünscht sich eine intensive Beteiligung vom Kirchenkreis, Gemeinden, um flächendeckend ein Netzwerk gegen Antisemitismus zu schaffen. Das traf in der Synode auf große  Zustimmung.

Die Synodalen hatten in der anschließenden Aussprache viele Fragen und Wünsche: Wie gelingt es uns, die Menschen besser zu erreichen, fragten sich Bezirksbürgermeisterin und Synodale gleichermaßen. Gewünscht wurde auch eine haushalterische Verstetigung für die offene Arbeit mit Kindern und  Jugendlichen, die den Anspruch der Kinder und Jugendlichen auf Freizeitorte gerecht wird.     

Bürgermeisterin Schöttler betonte, dass sich die Ev. Kirche in den vergangenen Jahren sehr geöffnet habe und lobte die gute Zusammenarbeit von Bezirk und Kirche in Tempelhof-Schöneberg. „Die evangelische Kirche ist ein wichtiger Pfeiler, im Kiez gut vernetzt, und macht ganz unterschiedliche Angebote für unterschiedliche Gruppen“, betonte die Bürgermeisterin. „So viel wie wir gemeinschaftlich abdecken, könnten wir allein nicht schaffen.“ 

Foto: Georg Slickers Wikimedia common